Mein persönlicher Rückblick auf 2020 (von Andrea Lesch)

2020 ist zu Ende und ein neues Jahr steht vor der Tür. Was es uns wohl bringen mag? Wird die Pandemie eingedämmt? Werden die Schüler wieder einen normalen Schulalltag erleben können? Können wir wieder ohne Einschränkungen leben? Ohne Maske und Abstand einkaufen gehen? Warten wir es ab und lassen es auf uns zukommen.

Für viele war 2020 ein negatives Jahr. Reiseeinschränkungen, Lockdown, Ausgangssperren, Kurzarbeit, Distanzlernen…nur einige der Schlagwörter für dieses Jahr. Allerdings gibt es auch andere Sichtweisen. So kann ich nicht sagen, dass 2020 nur schlecht war. Ganz im Gegenteil. Warum? Weil sich für mich neue Türen geöffnet haben und ich mich auf die wichtigen Dinge besinnt habe.


So habe ich beschlossen, meine Arbeit als Schulbegleitung an den Nagel zu hängen und nochmal von vorne zu starten. Was das bedeutet? Ich habe mit 37 Jahren ein Lehramtsstudium begonnen, zusammen mit vielen jungen Leuten, die gerade ihr Abitur gemacht haben. Aber auch das läuft nicht normal ab, sondern bedeutet aktuell online Lehre von zu Hause aus. Ob man da andere Kommilitonen kennenlernen kann? Ja, kann man. Und auch Gleichgesinnte, die die finanzielle Sicherheit aufgeben und min. 5 Jahre lang neben dem Studium arbeiten gehen müssen, um das Studium, die Familie, das Haus, das Auto und weitere Ausgaben finanzieren zu können. Warum wir das tun? Weil wir unsere Berufung gefunden haben; weil wir unser Wissen an junge Menschen weitergeben wollen; weil wir Spass and der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben. Es wird nicht immer einfach sein; aber ich möchte das. Und ich schaffe das! Auch wenn es bedeutet, 3 Nebenjobs zu haben, da man als älterer Student fast keine Unterstützung bekommt. Aber es wird sich lohnen, da bin ich mir sicher!


Was es noch Positives in diesem Jahr gab? Vieles. Ich habe mich wieder auf die kleinen und schönen Dinge besinnen können. Im Garten sitzen und der Natur zuhören. Zeit zum Lesen. Die eigene Umgebung genauer kennenlernen, anstatt weit zu reisen. Neue Rezepte ausprobieren. Den älteren Nachbarn Hilfe anbieten. Neue Nachbarn kennenlernen. Das erste Mal meine Nichten alleine bei uns haben und Zeit miteinander verbringen. Das sind die Momente, die ich mehr als genossen habe und die ich auch weiterhin erleben möchte. Zeit mit den wichtigsten Menschen verbringen, Zeit für sich haben, dankbar sein für das, was man hat. Nicht hetzen lassen und das Gefühl haben, etwas zu verpassen.

Mir ist bewusst geworden, dass ich nicht immer von vielen Leuten umgeben sein muss, um glücklich zu sein. Dieses Jahr haben wir das erste Mal zu zweit Silvester verbracht; ohne Party, ohne großes Tam Tam. Normalerweise hätte mich das unruhig gemacht, dieses Mal war es genau das, was ich wollte.


Aber trotzdem freue ich mich auf 2021. Und bin gespannt, was ich in einem Jahr darüber berichten werde!







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